Der Tag des Vorlesens

Am 16. November 2018 wird wieder in ganz Deutschland vorgelesen.

Der bundesweite Vorlesetag ist eine Initiative der ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung.

In diesem Jahr steht der Vorlesetag unter dem Motto Natur und Umwelt.

Beteiligen Sie sich doch mit einer öffentlichen Vorlese-Aktion!

Mehr dazu finden Sie HIER.

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Bogdanow-Bielski und die Kinder

„Kinder haben mich immer fasziniert; ich habe ihnen mein Leben gewidmet und tue es noch immer.“

Der russische Maler Nikolaj Bogdanow-Bielski schenkte uns – neben Portraits bekannter und weniger bekannter Personen – beeindruckende Bilder vom Leben der einfachen Menschen auf dem Land. Besonders gern malte er Kinder. In der Schule, in der Natur, und oft beim Lesen. Einige dieser Bilder von lesenden Kindern sehen Sie hier:

Lesende MädchenWas diese drei Landschönheiten hier so interessiert betrachten, scheint ein Mode-Katalog oder eine Illustrierte für die elegante Dame zu sein, die die neuesten Trends aus Paris nicht verpassen will. Ob die Drei diese feine Welt jemals wirklich kennengelernt haben? Was wohl aus ihnen und ihren Träumen geworden ist…

Bücherfreunde

Erzieherinnen haben manchmal den Eindruck, das Lesen sei eher etwas für Mädchen. Das mag in größeren, geschlechtsgemischten Gruppen tatsächlich oft so scheinen. Es geht aber auch anders. Dieses Bild ist der Beweis.

Lesen im Lampenschein

„Kindchen, du verdirbst dir noch mal die Augen“, hat die Babuschka diesem Mädchen vielleicht schon oft gesagt. Aber was kann es schöneres geben, als abends nach getaner Arbeit einfach nur zu sitzen und zu lesen?

Stellen Sie sich vor, eine solche Szene würden Sie heute plötzlich in Echtigkeit sehen. Man möchte weinen vor Glück.

MärchenDieses Bild hier finden Sie möglicherweise beinahe fast zu idyllisch, vielleicht sogar kitschig. Aber schön ist es doch. Oder?

Der Titel ist „Ein neues Märchen“.

Wie?
Keine Play-Station? Kein Smartphone? Kein Big Mac?
Keine Cola?
Keine Chips?
Kein Fernsehen?

Geht das?
Sieht fast so aus.

Lesen im Garten

Lesen im Garten

Oft sind es wohl die „kleinen“ Sehnsüchte, die uns helfen, die tägliche Plackerei zu ertragen. Was möchte ich tun, wenn der Sommer da ist, wenn die harten Arbeitswochen einmal unterbrochen werden, wenn ich, noch ganz benommen, aus dem scheinbar ewig sich drehenden Hamsterrad heraustrete und – tatsächlich? – ich kann es noch kaum glauben – ein paar Stunden für mich selbst finden werde? Im Garten sitzen und lesen!

Oasen des Glücks, so nahe können sie liegen. Aber ach, wie schwer ist es oft, sie zu betreten, wie mühselig, zu ihnen durchzudringen! Die kleine Flamme der Hoffnung aber brennt weiter und die Sehnsucht stirbt niemals ganz.

Und irgendwann, irgendwann ist es einmal so weit: Die Sonne lächelt so freundlich und warm, nur ein paar sanfte Federwölkchen hier und da. Der Wind ist keiner, nur ein Lüftchen, das nicht weht, sondern streichelt.

Die dringendsten Arbeiten sind erledigt. Das Geschirr kann warten. Die Katzen sind abgefüttert und die Kinder irgendwo weit weg deponiert oder besser: gar nicht vorhanden. Der Partner? Die Partnerin? Egal. Hauptsache nicht hier. Das Handy ist ausgeschaltet. Die Post war schon da. Die Wespen sind mit dem Fallobst im Nachbargarten beschäftigt. Jetzt: Endlich, endlich allein. Niemand kann mir in meine Gedanken brüllen, niemand mich tadeln für meinen Genuß.

Und dann, dann… sitzen, einfach nur sitzen, neben Rosen vielleicht, und lesen. Ein großer Roman oder ein Groschenheftchen, die Biographie eines Malers aus dem 19. Jahrhundert, ein Gedichtband oder Winnetou… Nur sitzen und lesen. Wie schön, wie schön, wie schön! Und spüren, wie die Entspannung kommt und dieses tiefe, so schwer zu beschreibende Glücksgefühl, das nach einer halben Stunde Körper und Seele völlig durchdringt und leise hellblau in mir flüstert: Das Leben ist schön.

Noch ist Sommer. Noch ist Zeit. Noch ist es möglich. Zwei, drei Stunden im Paradies. Lesen im Garten.

Das Bild oben haben wir dem russischen Maler Nikolaj Bogdanow-Bielski zu verdanken. Geboren am 8. Dezember 1868 in einem kleinen Dorf im Oblast Smolensk, gestorben am 19. Februar 1945 in Berlin. Er ruht auf dem russisch-orthodoxen Friedhof in Berlin-Tegel. Falls Sie da mal sind: Legen Sie gern eine Rose auf sein Grab.