Buntes Berlin

Daß unsere Bundeshauptstadt eine ganze lange Reihe von selbst gemachten Problemen hat, ist allgemein bekannt und immer wieder Anlaß für Häme und Spott. Aber in der vergangenen Woche hat Berlin viele von uns wirklich überrascht. Da machte eine Kindertagesstätte im Bezirk Reinickendorf durch einen Vorfall von sich reden, der manchen Lesern den Blick für die Schattenseiten und besonderen Herausforderungen der modernen, weltoffenen, toleranten, inklusiven, multikulturellen Großstadtwelt geweitet hat.

Besagte Kindertagesstätte hat nämlich etwas getan, was immer wieder von Pädagogen und Politikern empfohlen wird: Sie entschied sich, einen Mann einzustellen. Er hatte zuvor in der Einrichtung hospitiert und einen guten Eindruck hinterlassen.

Diese Entscheidung allerdings fanden die allermeisten Eltern überhaupt nicht gut. Die Vorstellung, daß ein Mann die Kinder z. B. zur Toilette begleiten sollte, erzeugte offenbar große Ängste. Noch stärker wurde der Widerstand der Eltern, als bekannt wurde, daß der neue Erzieher homosexuell ist.

Nun drohten die Eltern, ihre Kinder nicht mehr in die Kita zu schicken und forderten, den Erzieher nicht einzustellen. Die Einrichtungsleitung stand allerdings zu ihrem neuen Mitarbeiter und eine Diskriminierung wegen seines Geschlechts oder seiner Homosexualität wäre ohnehin rechtswidrig gewesen.

Die protestierenden Eltern haben ihre Kinder inzwischen aus der Einrichtung abgemeldet. Mit einer einzigen Ausnahme kamen alle Kinder in dieser Kita aus muslimischen Familien.

 

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