Tattoo Dir das nicht an

Es gibt manchmal wirklich alberne Moden. Jeder, der schon einmal Photos aus den 70er Jahren gesehen hat, weiß das. Und jeder, der es geschafft hat, 30 oder 40 Jahre alt zu werden, hat in seiner Vergangenheit merkwürdige Dinge getan, getragen, gesagt, geglaubt, gemocht, gehört… Einfach, weil andere das auch getan haben. Es ist schwer, sich dem Anpassungsdruck erfolgreich entgegen zu stemmen. Vor allem, wenn man jung ist.

Richtig dämlich aber wird es dann, wenn Menschen ihren eigenen Körper entstellen, vergiften oder verstümmeln, weil es zufällig gerade modern ist, vor allem dann, wenn sich diese Veränderungen kaum wieder rückgängig machen lassen. Mode bedeutet ja gerade Wandel, bedeutet, daß Menschen heute etwas gut finden und es in ein paar Jahren nicht mehr mögen. Welche Frau möchte ihr Leben lang täglich dasselbe Kleid tragen?

Lange Zeit war das Tätowieren etwas für die „unteren Schichten“. Man konnte durch ein Tattoo wunderbar zeigen, daß man ein eher wenig gebildeter Mensch war. Erinnern Sie sich noch an die sogenannten „Schlampenstempel“? Dann haben Angehörige der unteren Mittelschichten das Tätowieren für sich entdeckt, erschreckenderweise vor allem die „Damen“welt. Inzwischen kehrt das Tattoo wieder zurück in die Unterschicht.

Daß das Tätowieren für die meisten Betroffenen in unserer Gesellschaft vor allem etwas damit zu tun hatte, daß man nicht in der Lage war, einer ziemlich dummen Mode zu widerstehen, wollen verständlicherweise viele Tätowierte nicht wahr haben und sagen uns, es hätte eher mit dem Ausdruck der eigenen Persönlichkeit oder dem Verarbeiten eines einschneidenden Lebensereignisses zu tun. Wer es nötig hat, seine Persönlichkeit, seinen Schmerz oder seine Überzeugung dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß er sich selbst einen solchen dauerhaften Schaden zufügt, hat offensichtlich ein echtes Problem. Werden die Leute in Zukunft ihre Persönlichkeit dadurch zum Ausdruck bringen, daß der eine sich einen kleinen Finger amputieren läßt und der andere stattdessen die Nase?

Vielleicht kennen Sie Tätowierte, die sagen: „Ich finde mein Tattoo aber schön.“ Darum ging es mir nicht. Jeder kann schön finden, was er will. Meine Frage ist eher, wie es kommt, daß Menschen einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe (in diesem Fall die eher „bildungsfernen Schichten“) zu einer bestimmten Zeit Dinge schön finden, die man 20 Jahre früher nicht gemocht hätte und für die man sich 20 Jahre später vielleicht schrecklich schämt und die von anderen Gruppen der Gesellschaft für den Gipfel der Geschmacklosigkeit, für abstoßend und unerotisch gehalten werden. Wie setzen solche Moden sich durch? Welche Rolle spielen dabei bestimmte Trends aus den U.S.A.? Welchen Einfluß haben hier die Medien, allen voran das Fernsehen? Und warum fällt es so schwer, sich zu widersetzen?

Sich tätowieren zu lassen, ist nicht nur eine gute Möglichkeit, seinen Körper zu verunstalten, sondern auch, ihn mit giftigen Chemikalien oder Schwermetallen zu kontaminieren. Ein Tattoo sieht nicht nur schmutzig aus, so als hätte sich jemand nicht richtig gewaschen. Es ist Schmutz. Einige Stoffe sind nur Rußpartikel, andere sind Komponenten von Autolacken, etliche gelten als krebserregend. Keine dieser Farben ist harmlos, und keine hat irgend etwas im menschlichen Körper zu suchen.

Sobald die ersten Tropfen der schädlichen Substanzen gewaltsam in die Haut, dieses wichtige und sensible Organ, eingebracht werden, schaltet der Körper auf Alarm und das Abwehrsystem wird in Gang gesetzt, um die Fremdstoffe zu beseitigen. Das Problem: Die Farbteilchen, die beim Tätowieren verwendet werden, sind für die Abwehrzellen des Körpers zu groß. So bleiben sie in der Haut. Der Körper gibt aber nicht auf, sondern ist noch lange Jahre damit beschäftigt, diese Schmutzstoffe zu bekämpfen. Deswegen sieht ein Tattoo nach einigen Jahrzehnten auch viel blasser aus als zu Anfang.

„Ein Tattoo-Shop ist ein magischer Ort. Er verwandelt eine junge Dame in eine billige Frau.“

Inzwischen gibt es – das liegt in der Natur der Sache – sehr viele Menschen, die es bereuen, daß sie sich haben hinreißen lassen, ihren Körper so zu verletzen und zu verunreinigen. Für sie gilt: Es gibt Hoffnung. Moderne Laser-Technik kann viele Tätowierungen wieder zum Verschwinden bringen. Das geht so: Mit Hilfe eines Laser-Gerätes werden die Schmutzpartikel in der Haut sehr stark, aber nur sehr kurz erhitzt, so daß die eine Seite der Tintenteilchen viel schneller heiß wird als die Rückseite, wodurch die Partikel, die zuvor für das Abwehrsystem des Körpers zu groß waren, zerbersten oder sogar verdampfen. Dadurch können diese viel kleineren Teile von den Abwehrzellen abtransportiert und über die Leber ausgeschieden werden, so wie andere Giftstoffe auch. Nicht alle Farben lassen sich gleich gut entfernen. Schwierig wird es vor allem mit farbigen Tattoos, während schwarze Farben sich relativ gut beseitigen lassen.

Es ist heutzutage möglich, tätowierte Haut wieder zu reinigen. Ein tätowierter Mensch kann wieder frei und schön werden und sein wahres Selbst zeigen.

Schauen Sie mal hier:

 

Sie ahnen es: Das tut weh. Und es kostet Geld. Aber es lohnt sich.

Verpassen Sie nicht den neuesten Trend: Er heißt „Tattoo-Entfernung“.

Wer mich kennt, der weiß, daß ich mich in meinem Studium unter anderem auf die Gesundheitspsychologie spezialisiert habe. Gesundheitsverhalten ist also für mich persönlich ein spannendes Thema.

Schon allein deshalb freue ich mich, daß es in einer unserer Unterrichtseinheiten in den Kursen für Tagesmütter um das Thema Gesundheit geht. Einer der Punkte im Lehrplan heißt „Und wie gesund leben wir selbst?“.

Es ist gut, wenn unsere Kinder lernen, daß unsere Haut nicht so etwas ist wie unsere Kleidung, sondern ein hochkompliziertes und wunderbares Organ, so wie unser Herz oder unsere Augen. Hautärzte sagen: Die wichtigsten zwei Quadratmeter unseres Lebens.

Seien wir unseren Kindern ein gutes Vorbild, indem wir pfleglich und liebevoll mit unserem Körper umgehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s