Wie niedlich!

Vor kurzem habe ich ein Video entdeckt, das ich Ihnen heute gern zeigen möchte. Sie sehen eine Szene aus einer Abschlußfeier in einem „palästinensischen“ Kindergarten im Gaza-Streifen:

Wie? Gefällt Ihnen nicht? Mir auch nicht. Hier werden kleine Kinder mißbraucht, um Gewalt, Krieg und Terror zu verbreiten.

Das Video ist von 2007. Diese entzückenden kleinen Herzchen sind also inzwischen ungefähr 14 Jahre alt. Vielleicht haben sie, wie viele ihrer Altersgenossen, bereits versucht, Autofahrer mit Steinwürfen zu töten. Vielleicht werden sie gerade in der Handhabung von Maschinengewehren geschult. Vielleicht lernen sie demnächst, wie man Raketen auf israelische Dörfer abschießt, um jüdische Kinder umzubringen oder wie man sich mit einem Sprengstoffgürtel selbst in die Luft jagt und dabei möglichst viele andere Menschen zerfetzt.

Und die Grundlagen dafür wurden also unter anderem im Kindergarten gelegt. Wie schrecklich und widerwärtig so etwas ist, haben Sie hoffentlich sofort gesehen.

Hat das irgend etwas mit uns zu tun? Mit unseren Kindergärten hier in Deutschland? Gar mit der Tagesmütterei?

Ist es vielleicht möglich, daß unsere Kindergärten (und unsere Schulen) aus der Sicht anderer Länder und Kulturen – und aus der Zukunft betrachtet – auch etwas merkwürdig aussehen? Kann es sein, daß Kinder in unseren Kindergärten oft genug Dinge lernen, die wir später falsch finden werden und von Betrachtern außerhalb unserer Lebenswelt schon jetzt als falsch eingeschätzt werden? Kann es sein, daß manche unserer Kinder nicht trotz Kindergarten und Schule verrohen, rücksichtslos, schamlos und grob werden, sondern gerade wegen Kindergarten und Schule?

Nun möchte ich die deutschen Anstalten der öffentlichen Bildung und Erziehung mit ihren vielen Schattenseiten natürlich nicht auf eine Stufe mit dem stellen, was Sie eben in dem kleinen Film gesehen haben. Ich habe selbstverständlich nicht sagen wollen, daß die Kita bei Ihnen um die Ecke genauso „schlimm“ ist wie die Kindergärten der Hamas. Außerdem gibt es bei uns ja viele unterschiedliche pädagogische Ansätze, von denen Sie einige auch in unseren Kursen kennenlernen können.

Was ich aber sagen will, ist, daß wir uns in der Zukunft einige heftige Kritik gefallen lassen müssen wegen des Zustands weiter Teile der vorschulischen Bildung in unserem Land und daß es angebracht wäre, uns das gelegentlich einmal bewußt zu machen.

Können Sie sich noch erinnern, was Sie selbst früher in Ihren Schulen für eigenartige Dinge gelernt haben, die heute als überholt oder schädlich gelten? Glauben Sie, Kindergarten und Schule heute würde unseren Kindern immer nur gut tun?

Daß es z. B. in der DDR-Erziehung Indoktrination der Kinder gab, ist heute leicht zu sehen. Daß es sie im „freien Westen“ auch gibt, werden wir vielleicht erst in zwanzig Jahren deutlich genug erkennen. Dient nicht auch bei uns die Erziehung in vielen Kitas und Schulen unter anderem dem Zweck, Kinder zu manipulieren und damit ein politisches, ökonomisches und weltanschauliches System aufrecht zu erhalten? Und ist es nicht ein entscheidendes Ziel unserer staatlich gelenkten Erziehung, die „wirtschaftliche Verwertbarkeit“ unserer Kinder zu gewährleisten? Ist das möglicherweise auch eine Form von Mißbrauch?

Ich sage Ihnen ehrlich: Ich habe schon viele Kindergärten von innen gesehen und noch keinen, in den ich freiwillig meine eigenen Kinder geben würde. Aber ich habe schon etliche Tagesmütter gesehen, denen ich meine Kinder gern und ohne Bedenken anvertrauen würde. 😉

Wenn Sie in der Tagespflege arbeiten: Helfen Sie Ihren Kindern, selbst zu denken und kritische Fragen zu stellen, lehren Sie sie die Liebe zur Wahrheit, zur Güte und zur Schönheit, die Liebe zum Leben und die Liebe zur Liebe, die Toleranz gegenüber dem Anderen und die Intoleranz gegenüber dem Bösen.

Wenn Erzieherinnen im Gaza-Streifen es schaffen, in kleine Kinder die Saat des Hasses zu säen, dann kann es Ihnen vielleicht gelingen, durch Ihre Arbeit mit Kindern die Welt ein kleines bißchen besser, heller und freundlicher zu machen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

Übrigens werden wir uns auch in unserem nächsten Kursus für Tagesmütter und -väter wieder mit unseren Zielen und Werten beschäftigen und danach fragen, welche Chancen und Grenzen unsere erzieherischen Bemühungen wohl haben. Vielleicht sind Sie ja dabei.

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