Zehn Prozent weniger Frühgeburten – durch Nichtraucherschutz

Unter der Leitung des niederländischen Kinderarztes Jasper Been hat ein internationales Wissenschaftler-Team eine Meta-Studie durchgeführt, um die Wirkung von Gesetzen zum Schutz vor Tabaksqualm festzustellen. Einbezogen wurden elf Studien aus Nordamerika und Europa. Es zeigte sich, daß dort, wo Nichtraucherschutzgesetze erlassen worden waren, die Zahl der Frühgeburten um mehr als zehn Prozent gesunken ist. Erfaßt wurden hierbei insgesamt 2,5 Millionen Geburten. Außerdem ging auch die Anzahl der Krankenhausaufenthalte wegen kindlichen Asthmas um über zehn Prozent zurück.

Die Quelle dazu finden Sie in der britischen Zeitschrift The Lancet.

Es gibt also sehr deutliche Hinweise darauf, daß das Eindämmen des Rauchens höchst geeignet ist, die Gesundheit unserer Kinder zu schützen, und das auch dann, wenn es gar nicht die Kinder sind, die sich an den Arbeitsplätzen und öffentlichen Orten aufhalten, die durch Rauchverbote geschützt sind, sondern „nur“ ihre Eltern. Ganz offensichtlich hat es auch eine Wirkung auf das Rauchverhalten, wenn Zigaretten nicht mehr als ein Genußmittel dargestellt werden, sondern als krankmachende Drogen.

In Deutschland leben schätzungsweise 8 Millionen Kinder und Jugendliche in einem Haushalt mit mindestens einem Raucher. Zum Glück gibt es heutzutage viele Eltern, die wenigstens nicht in der Wohnung rauchen, sondern nur außerhalb des Hauses. Allerdings lassen sich nach einer Untersuchung der schwedischen Medizinerin Anna-Karin Johansson auch im Körper der Kinder, deren Eltern angaben, daß sie nur draußen rauchen, erhöhte Mengen an Nikotin nachweisen. Möglicherweise haften die Rauchpartikel an der Kleidung und in den Haaren der Eltern und gelangen von dort in die Atemwege der Kinder.

Leider ist man in Deutschland auf dem Gebiet der Bekämpfung der Nikotinsucht noch nicht so weit wie in anderen Ländern. In Schweden und Rußland beispielsweise ist auch die öffentliche Werbung für Zigaretten verboten. Bei uns sieht man das eher (typisch deutsch?) von der ökonomischen Seite: Nichtrauchen ist teuer für den Staat, denn es entgehen dem Finanzamt hohe Einnahmen über die Tabaksteuer und es vernichtet Arbeitsplätze. Rauchen belastet zwar das Gesundheitssystem, aber entlastet gleichzeitig die Rentenkassen, denn Raucher sterben bekanntlich fast zehn Jahre früher als Nichtraucher. Den Schaden, den unsere Kinder durch diese Politik erleiden, nimmt man billigend in Kauf.

Übrigens habe ich mit dem Thema meine eigenen leidvollen Erfahrungen: Ich bin selbst als „Frühchen“ zur Welt gekommen und mußte meine Kindheit und Jugendzeit in einer Raucherfamilie verbringen. Und damals ging man nicht zum Rauchen vor die Tür.

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