Marsch der Lebenden

Heute ist der „Holocaust-Gedenktag“, der „Yom HaShoah“. Aus diesem Anlaß fand – so wie in den vergangenen 26 Jahren – auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz der „Marsch der Lebenden“ statt. Tausende vorwiegend junger Menschen gingen den ca. drei Kilometer langen Weg der Todesmärsche vom Stammlager Auschwitz in das Konzentrations- und Vernichtungslager Birkenau, um damit an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen zu erinnern. Es ist ein Kampf gegen das Vergessen und eine Mahnung, die bitter nötig ist angesichts einer zunehmenden Judenfeindlichkeit in vielen Ländern Europas und der immer offeneren und dreisteren Versuche einer Verharmlosung des Faschismus und des Umschreibens der europäischen Geschichte.

Die Tagesschau hat heute hierzu ein paar hilfreiche Informationen ins Netz gestellt. Sie finden sie HIER.

Hier noch ein kurzer Film vom diesjährigen „Marsch der Lebenden“:

Ich selbst habe mir Auschwitz im August 2012 angesehen. Die Konfrontation mit dem bekanntesten Symbol der Schreckensherrschaft der Deutschen fiel erwartungsgemäß schmerzhaft aus. Die Umstände, unter denen Menschen dort lebten und starben, waren mehr als grauenvoll. Was ich dort sah, hat mich zutiefst berührt, in besonderer Weise sicher als Angehöriger des Volks der Täter und weil ich in der Gruppe, mit der ich durch das Lager geführt wurde, der einzige Deutsche war.

Sie werden verstehen, daß ich den „Marsch der Lebenden“ für eine ausgesprochen sinnvolle und wichtige Aktion halte.

In diesem Zusammenhang müssen wir uns daran erinnern, daß in letzter Zeit leider auch ganz andere Märsche stattfinden. Schauen Sie mal:

Der bei diesem Marsch in Kiew verehrte Stepan Bandera und andere extreme Nationalisten und Nazi-Kollaborateure, die in Israel, Polen und anderen Ländern aus gutem Grund als Verbrecher betrachtet werden, sind die großen Vorbilder in der neuen Ukraine, die mit der maßgeblichen Hilfe der gegenwärtigen deutschen Politik geschaffen wurde. Es ist tatsächlich unter anderem die deutsche Politik, die diese aktuellen Veränderungen ermöglicht hat. Wie schrecklich muß es sich für die Überlebenden der Konzentrationslager anfühlen, solche Szenen zu sehen und die Rolle zu erkennen, die unser Land in diesem Zusammenhang spielt! Und wie gewissenlos müssen unsere deutschen Politiker sein, wenn sie sich wieder auf die Seite eines aggressiven Ultra-Nationalismus stellen?

Wenn Sie in der Tagespflege arbeiten oder arbeiten wollen: Sie sehen, es gibt viel zu tun.

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