Sexuelle Vielfalt für Ihre Kinder. Ob Sie wollen oder nicht!

Ist es Ihnen wichtig, daß unsere Kinder in den Grundschulen schon ab der ersten Klasse in mehreren Unterrichtsfächern mit dem Thema der „sexuellen Vielfalt“ bekannt gemacht werden und das Leben von Menschen mit verschiedenen „sexuellen Identitäten“ kennenlernen?

Legen Sie besonderen Wert darauf, daß Schulbücher für alle Fächer in Zukunft nur dann genehmigt werden, wenn darin die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten behandelt und abgebildet wird?

Finden Sie es gut, wenn die Lehrkräfte unserer Grundschulen vom Land Niedersachsen gezwungen werden, in jeder Klasse und in möglichst vielen Fächern die Frage der „sexuellen Vielfalt“ zu behandeln?

Meine persönliche Vermutung ist, daß die meisten Eltern kleinerer Kinder glauben, diese müßten nicht unbedingt in der Grundschule immer wieder darüber belehrt werden, daß es Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Vorlieben gibt und welcher Art diese Vorlieben sind und würden das alles noch früh genug erfahren – in der Schule oder anderswo.

Unsere Landesregierung sieht das aber offenbar anders. Die Mehrheits-Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben einen Entschließungsantrag in den Landtag eingebracht, der die Einführung der „sexuellen Vielfalt“ in den Unterricht aller Klassenstufen erreichen soll, unter anderem mit den oben genannten Maßnahmen. Es geht also ausdrücklich nicht darum, im Laufe der Schulausbildung dieses Thema einmal zu behandeln, sondern tatsächlich um eine durchgängige Konfrontation mit „sexueller Vielfalt“ in möglichst vielen Fächern. D. h. es ist den Antragstellern wichtig, daß im Unterricht z. B. in Deutsch- oder Rechenaufgaben nicht nur heterosexuelle Menschen vorkommen, sondern auch Menschen mit anderen „sexuellen Orientierungen“. Allerdings hat man hier von vornherein eine bestimmte Auswahl getroffen: Es sollen Homosexuelle, Bisexuelle, Transsexuelle und Intersexuelle dargestellt werden. Ziel soll laut Antrag sein, die Kinder „bei der Entwicklung ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität zu unterstützen“.

Warum man hier z. B. die Pädophilie ausgeklammert hat und auch Zoophilie, Gerontophilie und andere „Störungen der Sexualpräferenz“ unerwähnt läßt, wird in dem Antrag nicht erklärt. Meine Vermutung ist, daß es daran liegt, daß diese Gruppen zur Zeit keine echte Lobby haben. Die Pädophilen haben ja vor einigen Jahren in den Reihen der GRÜNEN ihre Fürsprecher gehabt, werden aber von dieser Partei inzwischen nicht mehr aktiv vertreten.

Sollten Sie jetzt den Eindruck haben, daß unser Staat hier die Aufgabe erhalten soll, unsere Kinder im Sinne einer bestimmten Ideologie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu manipulieren und damit – wer die Kinder hat, dem gehört die Zukunft – eine entsprechende Veränderung unserer Gesellschaft zu bewirken, dann mögen Sie damit richtig liegen.

Würden Sie verstehen, wenn Eltern in unserem Land diese Ansätze und auch die Rolle des Staates, der sich mit Macht in die sexuelle Entwicklung unserer Kinder einmischt, mit Sorge sehen und über die entsprechenden Bemühungen der Politik nicht glücklich sind?

Und würden Sie es in Ordnung finden, wenn etliche dieser besorgten Eltern deswegen eine Demonstration in der Landeshauptstadt veranstalten, um ihre Bedenken auszudrücken?

Tatsächlich hat vor kurzem in Hannover eine solche Demonstration stattgefunden. In Anlehnung an entsprechende Massenproteste in Frankreich nannte sie sich „Demo für alle“. Informationen dazu finden Sie unter

demofueralle.wordpress.com

Hier sehen Sie einen kleinen Film über diese Kundgebung:


Vielleicht werden Sie sich (so wie ich) nicht mit allen Anliegen und Aussagen der Demonstranten identifizieren können. Aber dennoch werden Sie sicher finden, daß eine solche Demo völlig legitim ist und daß die Beteiligten jedes Recht haben, sich in dieser Sache zu Wort zu melden und ihre Meinung zu vertreten und daß nichts dagegen spricht, diese engagierten Mitbürger ernst zu nehmen.

Wenn Sie sich weiter mit der „Demo für alle“ beschäftigen, werden Sie sehen, daß leider nicht jeder gegenüber den demonstrierenden Eltern so tolerant und verständnisvoll ist wie Sie. Die Demo wurde nicht nur massiv gestört (so wurde z. B. „Scheiß-Kinder“ und anderer Blödsinn gebrüllt), sondern es gab sogar eine Gegendemo. Auf dieser hat auch Harald Härke, der Personaldezernent der Stadt Hannover, gesprochen und in seiner Rede, so wird jedenfalls berichtet, die Teilnehmenden der „Demo für alle“ als „Dumpfbacken“ beschimpft und „in diesem Sinne“ Grüße des Oberbürgermeisters von Hannover überbracht, den ich bisher für einen recht vernünftigen Menschen gehalten hatte.

Wenn diese Berichte zutreffend sind, dann wäre das natürlich ein für die Stadt Hannover ziemlich peinlicher Vorgang.

Wie sollen wir uns ein solches Verhalten erklären? Ist diese Bürger-Beschimpfung ein Ausdruck von behördlicher Arroganz? Ist es Teil eines Machtkampfes unseres Staates gegen sein Volk, der Bürokratie gegen die Bürger, der Obrigkeit gegen Untertanen, die es wagen, zu kritisch zu denken? Oder ist es schlichte Gedankenlosigkeit oder gar Dumpfbackigkeit? Was für ein Demokratieverständnis mag dahinter stecken und welches Mißtrauen gegenüber Eltern, die die Sexualerziehung ihrer Kinder gern selbst übernehmen möchten und Unbehagen gegenüber einem Staat empfinden, der sich anschickt, in die privatesten Bereiche unseres Lebens einzudringen?

Im übrigen hat Herr Härke (wenn die entsprechenden Berichte zutreffen) natürlich nicht nur die 1200 Teilnehmer der „Demo für alle“ beleidigt, sondern auch alle anderen, die ähnliche Ansichten vertreten, und das sind viele Tausende von Menschen in Hannover, u. a. ein sicher sehr großer Teil der Migranten z. B. aus muslimischen Gesellschaften und aus Ländern Osteuropas, Menschen also, die in Fragen von Sexualität, Ehe und Familie tendenziell höhere moralische Standards zu haben scheinen als es im „Westen“ zur Zeit modern ist und es nicht erstrebenswert finden, wenn in unseren Schulen Werbung für „sexuelle Vielfalt“ betrieben wird.

Auf den ersten Blick könnten die Bemühungen der Herrschenden, unsere Kinder durchgehend in jedem Schuljahrgang und in möglichst vielen Fächern mit „sexueller Vielfalt“ zu erfreuen, das Ziel haben, Toleranz und Respekt zu fördern. Daß der Hintergrund ein anderer ist, zeigt die Auswahl der Themen. Es geht ja nicht allgemein um den Umgang mit Minderheiten und die Akzeptanz des Anderen oder Fremden. Es geht nicht um kleine Dicke oder große Dünne, nicht um Rothaarige oder Brillenträger, nicht um Klassik-Fans oder Rapper, Menschen mit oder ohne Sommersprossen, mit oder ohne Beeinträchtigungen, mit oder ohne die eine oder andere religiöse oder politische Überzeugung und nicht um Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur.

Vielmehr hat es doch wohl den Anschein, daß sich hier wieder einmal eine Lobby-Gruppe durchgesetzt hat, ein Umstand, den wir auf anderen politischen Ebenen, vor allem auf EU- und Bundes-Ebene, immer wieder beklagen. Das ist vielleicht das wirklich Erschreckende: Es gelingt bestimmten Lobbyisten, ihre Überzeugungen in die Politik einzubringen und damit die Interessen einer Minderheit gegen den Wunsch und die Interessen einer Mehrheit durchzusetzen, in diesem Fall durch eine Umerziehung unserer Kinder.

O. k. , ich gebe gern zu, daß ich das wahrscheinlich anders sehen würde, wenn es Lobbyisten gelänge, meine eigenen Minderheits-Interessen in die Politik einzubringen. Wenn unsere Schulen z. B. per Gesetz verpflichtet würden, in allen Klassenstufen und allen Schulbüchern den Alltag von Tageseltern und Tageskindern darzustellen, um das Ansehen der Tagespflege zu verbessern und die Diskriminierung gegenüber der Krippe und dem Kindergarten zu beseitigen, dann würde ich das hier vermutlich nicht kritisieren. 😉

Ich gehe davon aus, daß die Einführung der „sexuellen Vielfalt“ in die Grundschulen den meisten Eltern eher nicht wichtig ist und daß auch die Lehrkräfte sich nicht darum reißen, das immer und immer wieder thematisieren zu müssen. Unsere Schulen haben wahrlich andere Probleme zu lösen. Eine zwangsweise Anpassung der Curricula und damit des Unterrichts und der Lehrbücher an die „Vielfalts-Ideologie“ würde sicher von vielen gerade nicht als Förderung von Vielfalt empfunden werden.

Die Einführung der „sexuellen Vielfalt“ als durchgängiges Zwangsangebot in der Grundschule abzulehnen, bedeutet natürlich nicht eine Abwertung von homosexuellen, intersexuellen oder transsexuellen Menschen. Und wenn in Schulen Worte wie „Schwuler“ oder „Lesbe“ als Schimpfwörter benutzt werden, dann sollen die Lehrerinnen und Lehrer das selbstverständlich thematisieren und den Schülern helfen, einen respektvollen und akzeptierenden Umgang zu erlernen, am besten in Zusammenarbeit mit den Eltern. Aber das ist ein anderes Thema.

Übrigens: Ich habe selbst nicht an der „Demo für alle“ teilgenommen und habe auch in den Filmen keine mir bekannten Gesichter entdeckt. Ich war einfach nur erschrocken über die empfindliche Reaktion von Vertretern der Stadt Hannover und anderen Demo-Gegnern und deren aggressives, rüpelhaftes und undemokratisches Auftreten gegenüber engagierten Demonstranten, die sich für ihre Kinder und Enkelkinder und für deren Schulen einsetzen.

Vielleicht sehen Sie die Sache ja ganz anders. Dann haben wir jetzt eine schöne Gelegenheit, Vielfalt zu ertragen und als Gewinn zu begrüßen.

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