Dichtung und Wahrheit

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß nur die Menschen in anderen Ländern von ihren Massenmedien manipuliert werden und daß man uns hier in Deutschland objektiv und wahrheitsgemäß informiert? Uns allen würden auf Anhieb Zeitungen oder Zeitschriften einfallen, die dafür bekannt sind, daß sie es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Oder auch private Fernsehsender. Aber wie ist es mit unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, für die doch die ausdrückliche staatsvertragliche Verpflichtung zur objektiven Berichterstattung gilt? Meine diesbezüglichen Erwartungen werden in letzter Zeit ziemlich oft enttäuscht. Genauer gesagt: Eigentlich habe ich diese Erwartungen schon gar nicht mehr. Trotzdem kann ich mich noch immer darüber ärgern, wenn die Rundfunkanstalten die berechtigten an sie gestellten Ansprüche nicht erfüllen. So ging es mir heute früh mit meinem Lieblings-Radiosender NDR Info, als ich mit dem Auto auf dem Weg zum Seminar für Tagesmütter in Sehnde war. Ich habe dann am Abend die folgende eMail an den Sender geschrieben:

Guten Tag,

heute früh habe ich auf Ihrem Sender um ca. 8.50 Uhr einen Beitrag gehört, bei dem einer Ihrer Korrespondenten in Moskau oder in Kiew zu aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und in Russland berichtete. Dabei fiel mir auf, dass von der „Regierung“ in Kiew und dem „Regime“ in Moskau die Rede war. Ich möchte Sie daran erinnern, dass eine solche Wortwahl eine Wirkung haben kann, die Sie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf jeden Fall vermeiden sollten.

Der Bericht erweckt den Eindruck, dass dem betreffenden Mitarbeiter keine ausgewogene Berichterstattung zuzutrauen ist und er möglicherweise Unwahrheiten über den Ukraine-Konflikt verbreitet.

Deutlich wurde dies auch, als die Mitarbeiterin im Studio nach einer möglichen Verzögerung des Abzugs russischer Truppen aus der Ukraine fragte, so selbstverständlich, als gäbe es irgendwelche Belege für die Anwesenheit solcher russischer Truppen. Hier hätte der Gesprächspartner sofort korrigierend eingreifen müssen! Bekanntermaßen existierte eine Intervention des russischen Militärs nur in unbewiesenen Behauptungen des Poroschenko-Regimes, das uns beinahe täglich irgendwelche neuen Unwahrheiten auftischt. Falls sich reguläre russische Soldaten im Auftrag der russischen Regierung in der Ukraine befinden sollten, dann sind es offensichtlich so wenige, dass es bisher weder der Presse noch den amerikanischen oder anderen Geheimdiensten gelungen ist, sie zu Gesicht zu bekommen.

Alles, was man Russland bisher vorwerfen kann, ist die Entsendung von Hilfsgütern gegen den Widerstand Kiews.

Ich bitte Sie nachdrücklich, Ihre Hörer zum Thema Ukraine-Konflikt ausgewogen und wahrheitsgemäß zu informieren und künftig auf Manipulationsversuche zu verzichten. Es wäre im übrigen hilfreich und außerdem gut für Ihr Image als seriöser Sender, wenn Sie einmal darauf hinweisen würden, dass es sich bei der „Invasion“ tausender russischer Soldaten – nach allem, was wir bisher wissen – um eine bewusste Erfindung handelt.

Wenn Ihre Hörer denken müssen, dass einige NDR-Mitarbeiter entweder der ukrainischen Kriegs-Propaganda auf den Leim gegangen sind oder aber wissentlich Unwahrheiten verbreiten, wird das ganz sicher der Vertrauenswürdigkeit Ihres Senders schaden. Das wollen Sie hoffentlich vermeiden. Berichten Sie bitte so, dass Sie auch in Zukunft noch ernst genommen werden.

Freundliche Grüße

Hans-Peter Steuer

Falls Sie sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchten, kann ich Ihnen eine interessante Seite empfehlen: propagandaschau.wordpress.com

Besonders nett und passend in der Propagandaschau: ein Artikel über die
russische Geisterarmee.

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