Ein Leserbrief an die Hannoversche Allgemeine Zeitung

Guten Tag!

Gerade in Zeiten internationaler Konflikte, vor allem wenn auch Deutschland zu den beteiligten Akteuren gehört, brauchen wir eine Presse, die unabhängig, kritisch und ausgewogen informiert, die zur Besonnenheit, zum Verstehen und zum Verständnis verhilft. Die HAZ hat hier meines Erachtens weitestgehend versagt. Sich in einer solchen Zeit wie dieser zum Sprachrohr der Bundesregierung und der NATO zu machen und beständig die andere Seite, in diesem Fall die russische, zu verunglimpfen und als Aggressor darzustellen, ist einer seriösen Tageszeitung völlig unwürdig. 

Sie haben Ihre Ausgabe vom 29. August mit der Schlagzeile „Schock im Westen: Putin schickt Soldaten in die Ukraine“ aufgemacht, im Leitartikel geht es um „Putins unerklärten Krieg“, auf Seite 3 überschreiben Sie Ihren Artikel zur Ukraine mit „Der Einmarsch hat begonnen“. Das ist nicht nur niveaulos, sondern auch gefährlich. Wir erleben beinahe täglich, wie die Regierung der Ukraine uns Unwahrheiten zu diesem schrecklichen Bürgerkrieg und zu einer angeblichen Aggression Russlands präsentiert (Abschuss der malaysischen Boeing durch „pro-russische Separatisten“, Zerstörung einer angeblichen russischen Militärkolonne usw.), und Sie wissen selbst, welchen Zwecken diese Falschinformationen dienen.   

Dass es der „Westen“ (EU, NATO, USA) war, der diesen Konflikt begonnen und immer weiter angeheizt hat, gerät vermutlich für manche Leser schnell wieder in Vergessenheit, wenn Zeitungen wie die HAZ sich verhalten wie Organe der ukrainischen Kriegs-Propaganda, und das ist vermutlich auch eines der Ziele. Tatsachen und Zitate zu verdrehen, wichtige Informationen bewusst zu verschweigen, das furchtbare Leiden friedlicher Zivilisten und die Schuld Deutschlands daran zu relativieren, das sind die Methoden, die zu diesem Ziel führen. 

Im übrigen haben Sie in derselben Ausgabe auf Seite 3 behauptet, Russland hätte die Krim annektiert. Sie wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Russland hat die Krim genauso wenig annektiert wie die alte BRD die neuen Bundesländer.   

Sind Sie jemals auf die Idee gekommen, dass ein militärisches Eingreifen Russlands genau der Schritt sein könnte, der vielen Menschen, die Tag für Tag unter der Bombardierung Ihrer Städte und Dörfer durch die ukrainischen Truppen leiden, das Leben rettet? Wenn die Soldaten des Kiewer Regimes durch die Gegenoffensive der Widerstandskämpfer aus den dicht besiedelten Gebieten vertrieben werden, dann ist das für viele Einwohner der Ost-Ukraine auch ein Grund zur Dankbarkeit. 

Der Westen sollte froh sein, dass die russische Regierung sich bisher so besonnen und vernünftig verhalten hat, ganz im Gegensatz zu solchen Scharfmachern wie Herrn Rasmussen oder zu Lügenmäulern wie Herrn Poroschenko und Herrn Lysenko. 

Russland unterstützt die „Separatisten“ in der Ost-Ukraine und hat dort auch eigenes Personal? Na und? Das Poroschenko-Regime erhält Geld, militärische Ausrüstung und personelle Unterstützung aus dem Westen und führt einen grausamen Krieg gegen einen Teil der eigenen Bevölkerung. Welches Ziel verfolgen Sie damit, von „Putins Krieg“ zu sprechen, nicht aber von „Obamas Krieg“ oder „Merkels Krieg“? 

Ich sage Ihnen ehrlich, dass ich Ihr journalistisches Niveau bezüglich der „Berichterstattung“ zur Ukraine-Krise einigermaßen unterirdisch finde. Ihre kontinuierliche Stimmungmache gegen Russland und seine Regierung widert mich regelrecht an.

Mein HAZ-Abo habe ich vor einer Woche gekündigt. 

Herzlichst, 

Ihr 

Hans-Peter Steuer

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