Ein paar Worte zur schriftlichen Prüfung

Die Ausbildung zur „Tagespflegeperson“ (so die offizielle Berufsbezeichnung) endet mit einer zweiteiligen Prüfung. Zunächst schreiben Sie in den meisten Fällen zu Hause eine Arbeit, in der Sie Ihre pädagogische Konzeption darstellen. Das heißt, Sie beschreiben, welche Ziele Sie in der Arbeit mit Tageskindern verfolgen, warum Sie sich gerade für diese Ziele entschieden haben, welche Werte dahinter stehen, warum Ihnen diese Werte wichtig sind und nicht andere, welche pädagogischen Ansätze aus dem Unterricht Ihnen aus welchen Gründen gefallen und mit welchen Methoden Sie arbeiten, um Ihre Ziele zu erreichen.

Es kommt in dieser Hausarbeit ausdrücklich nicht darauf an, möglichst viele Fachausdrücke zu verwenden. Drücken Sie sich gern einfach und allgemein verständlich aus. Ihre pädagogische Konzeption ist keine Doktorarbeit. Außerdem dient das fertige Produkt auch als Informationsmaterial für interessierte Eltern, und es ist natürlich schön, wenn Ihre Konzeption von ihnen auch verstanden wird. Wenn Sie mögen, kann ein Exemplar Ihrer Arbeit in Ihrem Familien-Service-Büro hinterlegt werden, und wenn dort Eltern nach einer Tagesmutter oder einem Tagesvater suchen, können sie sich direkt ansehen, wie bei Ihnen gearbeitet wird. Deshalb ist es hilfreich, wenn Sie auch Fotos von Ihrer Wohnung und – falls vorhanden – von Ihrem Garten einfügen, und natürlich gern auch von Sich selbst, Ihren Kindern, Ihren Haustieren…

Möglich ist übrigens auch, daß Ihre Prüfungsarbeit ein besonderes pädagogisches Thema behandelt. Das muß allerdings vorher mit uns abgesprochen werden. Vielleicht gibt es ein Thema, das Ihnen besonders wichtig oder interessant erscheint und mit dem Sie sich gern eingehender beschäftigen möchten. Wir hatten z. B. einmal einen Fall, in dem eine Tagesmutter über das Thema „Salutogenese und Gesundheitsförderung in der Tagespflege“ geschrieben hat. Das hat mir gut gefallen.

Eine andere Variante wäre eine „Misch-Arbeit“, in der Sie sich selbst und Ihre pädagogische Konzeption darstellen und außerdem ein besonderes Schwerpunktthema bearbeiten.

Die schriftliche Prüfungsleistung ist dann Grundlage eines Teils der mündlichen Prüfung. Hier sind Sie unter anderem gefordert, die Inhalte Ihrer schriftlichen Arbeit zu erklären und zu „verteidigen“. Dazu ein Tip: Versuchen Sie, möglichst wenige Widersprüche in Ihre Konzeption einzubauen (am besten gar keine) und schreiben Sie nicht irgendwelche schicken Formulierungen aus dem Internet oder aus schlauen Büchern ab, von denen Sie nicht wissen, was sie bedeuten. 😉

Die Vorbereitung der schriftlichen und der mündlichen Prüfung ist übrigens Teil der Ausbildung. Eigentlich dürfte also bei der Prüfung nichts schiefgehen. Wenn Sie an unserem laufenden Kurs in Sehnde teilnehmen, werden Sie die Sommerferien vielleicht nutzen wollen, um an Ihrer Konzeption zu arbeiten. Ich wünsche Ihnen dabei gutes Gelingen.

 

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